Postmortem: Vorschule Zahlen und Mengen

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer App um meinem Sohn spielerisch den Umgang mit Zahlen näher zu bringen. 3 Monate später habe ich das Lernspiel selbst erstellt.

Gibt man im Playstore Suchfenster „Vorschule“ und „Zahlen“ ein, erhält man unzählige Ergebnisse. Pädagogisch gut aufbereitete Lernsoftware mit deutscher Sprachausgabe muss man hier dennoch mit der Lupe suchen. Noch schwieriger wird es, wenn das Programm frei von Werbeeinblendungen sein soll.

Genau diese Lücke wollte ich mit der App „Vorschule Zahlen und Mengen“ schließen und das alles mit nur 1 Monat Entwicklungszeit. Dass dies etwas knapp bemessen war, musste ich leider recht schnell feststellen.  Auf welche Schwierigkeiten ich gestoßen bin, und welche  Erkenntnisse ich bei der Produktion erlangte möchte ich hier gerne mit euch teilen.

Weniger Physik

Beim Testen des fast fertigen Lernprogramms musste ich feststellen, dass die meisten Probleme dort auftauchten wo die Physik Engine zum Einsatz kommt.  Besser selbst ein kleines Script für die benötigte Mechanik schreiben als sich mit Problemen zu beschäftigen, welche das Verwenden der Physik Engine mit sich bringt.

Weniger Animationen

Das Unity eigene Animationstool ist sehr komfortabel. Schnell unterliegt man der Versuchung eine Vielzahl an Aufgabenstellungen damit zu lösen. Leider wird das ganze schnell unübersichtlich und zeitaufwändig. Besser ein paar Zeilen Code mehr schreiben. Ein einfaches Wechseln von Sprites lässt sich so viel sauberer implementieren.

Weniger Collider

Ursprünglich habe ich die Abgrenzung des Spielfeldes mit Collidern realisiert. Leider musste ich beim Testen feststellen, dass dies zu einigen Problemen führen kann (insbesondere bei unvorhersehbaren Eingaben von Kindern). Besser auch hier ein paar Zeilen Code mehr schreiben und das Ganze sauber selbst implementieren.

Mehr wiederverwendbarer Code

Vorschule Zahlen und Mengen soll nicht das einzige Lernprogramm bleiben. Um Zeit bei der Entwicklung zu sparen, habe ich den Code so geschrieben, dass er möglichst einfach in anderen Programmen wiederverwendet werden kann. Diese Bemühungen haben sich bereits innerhalb dieser ersten App bewährt.

Mehr Zeit für Prototypen

Für das Entwickeln des pädagogischen Konzeptes und den damit verbundenen Prototypen habe ich mir viel Zeit genommen. Ich bereue diese Entscheidung nicht. Ohne diese Vorgehensweise wäre ich mit diesem Projekt mit Sicherheit in unzählige Sackgassen gelaufen und die Codebasis wäre nicht annähernd so aufgeräumt wie sie jetzt ist.

Mehr UI Überlegungen

Bei der Erstellung des Prototypen habe ich keinen Unterschied zwischen UI und Objekten im Spiel vorgenommen. Das stellte sich nachträglich als sehr lästig heraus. Besser ein wenig mehr Zeit in den Prototypen stecken und die UI Elemente klar definieren, als später mit einem Durcheinander zu kämpfen.

Mehr Testen

Gerade bei Lernprogrammen für Jüngere sollte man etwas mehr Zeit zum Testen einplanen. Das Vorgehen der kleinen Anwender ist einfach nicht vorhersehbar. Auch das Überprüfen ob die rein visuelle Kommunikation zwischen App und Kind (ohne Lesen) funktioniert ist alles andere als trivial.

Fazit

Beschäftigtsein ist Faulheit im Denken. Unter der Prämisse die Entwicklungszeit der App gering zu halten bin ich gegen einige Mauern gelaufen. Besser zwei Mal nachdenken und guten Code schreiben, als Umwege nehmen, welche dann erst recht Zeit und Nerven kosten. Besser einmal mehr nachlesen und sauber implementieren als später ärgern.

„Vorschule Zahlen und Mengen“ kann über GooglePlay (Android) für nur 0,99€ heruntergeladen werden. Eine englische Version folgt in Kürze.

Link: Google Play Download
Link: Apple App Store

Mehr

Wenn du etwas über das pädagogische Konzept hinter „Vorschule Zahlen und Mengen“ erfahren möchtest, solltest du diesen Artikel nicht verpassen: Vom pädagogischen Konzept zum Gameplay

 

 

 

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