Google im VR Dilemma 2

Über die Defragmentierung von Android als VR Plattform habe ich ja bereits hier geschrieben. Leider ist dies nicht das einzige Problem. Obwohl moderne Smartphones auf den ersten Blick recht leistungsstark wirken, haben sie verglichen mit PC gebundenen Systemen wie Oculus und VIVE eine geradezu lächerliche Rechenpower.

Schwitzen und Kotzen

Besitzt man ein halbwegs leistungsstarkes Smartphone, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Snapdragon Prozessor verbaut. Auf dem Papier haben diese oft hervorragende Leistungsdaten. Die wenigsten wissen aber, dass unter Volllast diese Rechenpower in der Regel nur wenige Minuten aufrecht erhalten werden kann. Um das Smartphone vor dem sicheren Hitzetod zu schützen, halbiert das System seine Leistung. Damit reduziert sich aber die Framerate von 60 Bildern pro Sekunde auf bedenkliche 30. Bei normalen Spielen ist das zwar ärgerlich, aber erträglich. Für den VR Betrieb bedeutet das aber umgehende VR Sickness (starke Übelkeit) für den Spieler.

Wofür die ganze Rechenleistung?

Jetzt werden sich bestimmt einige fragen: warum benötigt VR eigentlich so viel mehr Rechenleistung? Das hat gleich mehrere Gründe:

Doppelte Framerate

Um der zuvor bereits erwähnten VR Sickness vorzubeugen müssen mindestens 60 Bilder pro Sekunde dargestellt werden, während nicht VR Spiele oft auch mit weniger als 30 auskommen.

Doppelte Kameras

Bei VR Anwendungen müssen immer zwei Bilder gerendert werden: Eines für das linke und eines für das rechte Auge. Bei nicht VR Anwendungen reicht hingegen ein Bild.

Tracking

Um die eigene Position im Raum zu ermitteln greifen mobile VR Systeme auf eine Vielzahl an Sensoren zu. Eine schnelle Verarbeitung dieser Daten ist von hoher Priorität, da durch Verzögerungen bei der Bewegung die VR Sickness verstärkt wird. Nicht VR Spiele benötigen meist keine Sensoren-Abfrage.

Flimmern

Leichtes Kantenflimmern ist bei normalen Spielen zwar auch nicht schön, bleibt aber meist ohne große Auswirkungen. Durch den geringen Abstand zum Bildschirm wirkt das Kantenflimmern bei VR Anwendungen extrem störend und trägt zur VR Sickness bei. Das Zaubermittel um dem entgegenzuwirken heißt „Antialiasing“ und kostet leider viel Rechenleistung.

 

Was kann man als Anwender tun?

Jetzt weißt du zwar warum VR so viel Power braucht, aber was kannst du tun um dein VR Erlebnis zu maximieren? Was tun wenn ein leistungsstarkes Smartphone schon nach kurzem überhitzt?

Achte bereits beim Handykauf darauf, dass du kein Gerät erwischt, das zum Überhitzen neigt. Vergewissere dich bei der Anschaffung der VR Brille, dass eine gute Belüftung des Smartphones gewährleistet wird. Des Weiteren, kann das Abnehmen der Schutzhülle des Smartphones helfen. Die Reduzierung der Bildschirmhelligkeit und die Verwendung des Flugzeugmodus während des VR Betriebs hilft ebenso.  Ein voller Akku ist Pflicht, denn geht beim Smartphone die Energie dem Ende zu, wird im Energiesparmodus meist die Leistung des Gerätes drastisch reduziert.

Hast du noch weitere Tipps wie man sein Smartphone im VR Betrieb entlasten kann? Dann ab in die Kommentare damit.

 

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